Donnerstag, 31. Dezember 2015

der Weg, den Bäume gehen...

...kann sehr unterschiedlich sein.

Denn in der 100.000-Seelen-Stadt Comodoro Rivadavia kann man nicht nur Reifen flicken lassen, sondern auch sehen, wieviel Geld im Erdöl steckt: in der Umgebung werden 30% des argentinischen Ölbedarfs gefördert (hättest du gewusst, dass die hier viel Öl haben?) - und die Konzerne haben einiges in das Erscheinungsbild der Stadt investiert. Wenn es dann in der Steppe grün wird, so hat sicher auch ein Ölmulti die Hand am Wasserhahn, um den Rasen vor dem Office zu gießen...


Wir fahren westwärts, durch die Steppe. Und wir fahren Slalom zwischen den Ölpumpen. Hier werden urzeitliche Wälder aus der Tiefe gefördert. Auf der Straße herrscht so viel Verkehr wie selten in Argentinien. Dafür kostet hier der Kaffee an der Tankstelle mehr als in einem Luxushotel an der Küste.


Ein paar hundert Kilometer westwärts. Die Bäume sind 65 Millionen Jahre alt. Sie stammen aus der Zeit, als es noch keine Anden gab und ein großer Fluss die Stämme ins Delta bei einem Urozean geschwemmt hat. Dort wurden sie von Sedimenten rasch luftdicht abgeschlossen und sind nicht zu Öl geworden – ätsch.
   

 

 Stattdessen bewirkte die Osmose eine Infiltration von Mineralien, was zur Versteinerung führte. Und so bewundern wir hier bei Sarmiento urzeitliche Riesen die aussehen, als könnte man mit den Spänen gleich ein Feuer entzünden - inmitten einer beinahe vegetationslosen Mondlandschaft. Das ist der andere Weg des Baumes.

... und so enden Nandus und Schafe, die den Weidezaun übersehen haben oder eben doch nicht drüber gekommen sind... Gesehen bei unserem herrlichen Nächtigunsgplatz unter einer Brücke an der Ruta 40. Zu dieser lange Straße sind wir nämlich wieder zurückgekehrt!