Freitag, 1. Januar 2016

Carretera Austral – voll Elan mit neuem (Reifen-)Druck

Ein Reifenschaden ist einzukalkulieren. Dass wir jetzt bei rund 16.000km schon vier davon haben ist aber ärgerlich. Noch blöder aber ist, dass ein Reifen in Rivadavia so gut geflickt worden ist, dass er schon wieder (oder noch immer?) einen schleichenden Patschn hat.Da wechselt man im Gatsch bei 10 Grad den Pneu, ist fertig, lässt den Wagenheber runter – und der Reifen hat Mehlsackform. Frust. Ärger. Da entschädigt selbst der Blick beim Reifenwechsel nur wenig.

Immerhin finden wir in Bahia Murta, einer Weltstadt (582 Einwohner) am Nordwestufer des großen Sees, einen ebenso netten wie kompetenten „Gomeria-Betreiber“. Der flickt beide Reifen – und bestätigt, was ich inzwischen vermute: selber schuld, die Reifen haben zuviel Druck, spitze Steine bohren sich in die Mitte der Lauffläche und der harte Gummi kann nicht nachgeben – Bumm!! Weniger ist mehr, also Druck ablassen (und seither fahren wir schon über 1000km Piste sorgenfrei...)


 Die Testfahrt führt uns gleich Serpentinen hinauf, Wellblech, Schotter, Schlucht neben uns. Der tolle Blick über den tiefblauen, teils türkisfarbenen See entschädigt für die Mühe. Die Sonne lässt sich leider nur selten blicken.

Auffällig: Zahllose riesige Baumstämme ragen tot in den Himmel oder liegen auf den saftiggrünen Wiesen. Unserer Vermutung, der Ausbruch des Vulkans Hudson im Jahre 1991 hätte dies verursacht, wird vor Ort widersprochen: In den 1930-er jahren habe die Regierung das Land frei vergeben. Wer ein Gebiet urbar gemacht hat, durfte es in Besitz nehmen. So wurde die gesamte Region abgebrannt. Die Erde wurde weggeschwemmt (der Hafen Puerto Aisen ist daraufhin versandet!), kein Baum konnte mehr wachsen. Das massive Holz der ehemaligen Urwaldriesen ist bis heute nicht verrottet!


 Wir legen uns, abgesichert durch brauchbare Reservereifen, ins Zeug, unser heutiges Ziel ist Puerto Rio Tranquilo ist noch ein paar Wellblechmeilen entfernt. Dort erwartet uns eine ganz besondere Sehenswürdigkeit, die wir morgen erkunden möchten. Und das Wetter sieht derzeit ganz gut aus (was in einer Stunde schon wieder völlig anders sein kann...) Etwas außerhalb dieses "touristischen Hotspots" (zuminderst in der Relation zur beschaulichen Umgebung) finden wir einen Campingplatz mit wunderbarem Abendblick...