Dienstag, 26. Januar 2016

Freunde in der Ferne

Das Treffen mit den beiden Antarktis-Rückkehrern bei unserem Schlafwagen klappt wie am Schnürchen. Unsere Freiluftküche wird zur abendlichen Bar und schon bald stehen neben uns einige Bekannte anderer „Expeditionsmobile“ und wir nippen an unseren Whisky- und Rumvorräten.
Die beiden erzählen begeistert von der Tiererlebnissen auf den Falkland-Inslen und in Südgeorgien, schwärmen von den Eislandschaften auf der antarktischen Halbinsel, dass wir da eigentlich auch hin möchten... Meine Idee von „Antarktis-light“ mit einem stinknormalen Kreuzfahrtschiff wird von Rainer und Christine zurechtgestutzt: da gibt es keine Anlandungen und außerdem: bei der ersten Sichtung eines Eisberges müssen die Touristen-Potte abdrehen... Also nichts mit der Südpolarregion für uns, denn auch die Restplatzbörse in Ushuaia bietet nichts unter 6000.- US$ an.
 

ACHTUNG: Auch die Piraten sind in Ushuaia angekommen!

Allerdings mit dem Auto :-) 



Zu den neuen Bekannten hier in Ushuaia zählen Silke und Uwe aus Hamburg. Sie sind Fotografen und zeigen uns sensationelle Bilder von Königspinguinen. Diese sind hart erarbeitet: vier Wochen im Zelt auf einer entlegenen Insel des Falkland-Archipels bedeutet viel Regel, Temperaturen zwischen null und fünf Grad – und Grundeigentümer, die für das Aufstellen eines Zeltes 60 britische Pfund einkassieren. Pro Tag... Irgendwie ist das zwar auch faszinierend - aber nicht unsere Vorstellung einer Genussreise. 
 Mehr von der einjährigen Reise und tolle Bilder: 
https://www.uwehasubek.de/blog/suedamerikareise.html
Die beiden bieten uns an den kalten Abenden einen Unterschlupf in ihrem WoMo, für interessante Gespräche ist dank gleicher Wellenlänge in vielen Bereichen gesorgt.

Sollten in absehbarer Zeit die Bilder im Blog etwas nachbearbeitet aussehen: Uwe ist schuld! Als einschlägiger Experte nimmt er mir die Angst, in "Lightroom" einen falschen Katalog zu erstellen - ich wage mich darüber und darf behaupten: Am Ende der Welt begann meine Lightroom-Karriere. Uwe sei Dank!

Nach dem Besuch des Gletschers (der vielleicht mal einer war...) hoch über der Stadt und der Wanderung zwecks Blick über den beagle-Kanal und dem (fast obligaten) Schneegestöber wollen wir Ushuaia hinter uns lassen. Echtes Hundewetter hier...
Über dem Marinestützpunkt (oder Schrottplatz?) folgen wir dem Küstenweg, eine wunderbare Wanderung eingeschlossen.

abschließend ein etwas anderer Blick auf Ushuaia:
Mülldeponie oder südlicherAußenposten von Hamburg?


  

 Wir freuen uns nun schon auf die Fähre von Puerto Natales nach Puerto Montt. Das wird eine Rückkehr in die Wärme. Und außerdem haben wir uns für dort gerade jetzt ein Rendevous mit einem langjährigen Freund ausgemacht, der auf dem Weg zum Job nach Ecuador noch einen Blick nach Patagonien werfen möchte...