Sonntag, 31. Januar 2016

Vulkan Chaiten: er raucht - wir schwitzen

Nein, frühmorgens sind wir nicht losgezogen, aber da war ja auch noch alles in Wolken und wir sind ja seit Feuerland auf Urlaub.:-)

Gegen Mittag ist der Parkplatz am Fuße des Vulkans Chaiten an der Grenze der Belastbarkeit. Dafür sind die Temperaturen angenehm und die Sonne könnte dann irgendwann mal hervorkommen. Vor uns liegen gute 700 Höhenmeter zur Caldera des Vulkans. Auf rund 2,2 km Pfad verteilt, machen wir uns auf einen steilen und staubigen Anstieg gefasst.


Eigentlich galt der Vulkan als seit Jahrtausenden erloschen. Was den Berg aber nicht daran hinderte, 2008 zu erwachen und den halben Park sowie das gleichnamige Städtchen Chaiten unter einer Aschedecke zu begraben. 20Km hoch ist die Wolke aufgestiegen. Und weil es ihm so gefallen hat, meldete er sich 2009 nochmals. Seither ist der Berg um 200m höher – ein Vulkankegel in der alten Caldera, der gesamte neue Gipfelbereich raucht und riecht (aber nur ein bisserl nach Schwefel).
    Schwitzend, schnaufend und mit ziemlicher Energieleistung kommen wir in guten 90 Minuten rauf. Wir stehen auf rund 750m Höhe und blicken zum Rauch. Es reicht. 
Das haben sich die rund 20 anderen hier heroben auch gedacht – wie auf Kommando starten fast alle den Abstieg. Wir bleiben allein zurück – dafür gesellt sich die Sonne zu uns. Perfektes Timing. Totes Gehölz, riesige Bäume, einfach umgeblasen von der Druckwelle und heiß getrocknet vom Ascheregen sticht hier und an den Hängen den nächsten Berge ins Aug (allerdings nicht in alle Richtungen...). Wieder so ein magischer Ort, der durch Ruhe und Einsamkeit stark gewinnt.

Der Abstieg war hart für die Knie, auch das Gelenk raucht. Es reicht für heute.

Epilog: Am nächsten Tag fahren wir durch Chaiten und erkunden, welche Verwüstung der Vulkan hinterlassen hat. Die Narben sind nicht verheilt.