Sonntag, 31. Januar 2016

wieder Carretera Austral – diesmal fast ganz oben

Wie wir schnell mitbekommen: weiter oben, also rund 60km südlich von Puerto Montt (dort beginnt diese chilenische Nors-Südachse), bedeutet nicht besser. „Ripio“, also eine schlaglochträchtige (und aktuell sehr staubige!) Wellblechpiste wechselt sich mit hervorragenden Asphaltstrecken ab. In der zwischen türkis schimmernden Meer und dicht bewaldeten Andenhängen malerisch gelegenen Ortschaft Hornopiren ist mal Sendepause: Die Fähre um 16 Uhr ist ausgebucht. 
Da nutzt es auch nix, wenn man schon um 11 Uhr da ist.

„Aber vielleicht...“, macht uns die Dame am Schalter leise Hoffnung. „Seid einfach um 15 Uhr wieder hier.“ Aber sicher, nach einem Spaziergang sind wir wieder da.
Es wird schon heftig eingeladen auf die Fähre. Ich frage den „Schiffs-Schaffner“, wie denn unsere Chancen stehen. Es meint nur: alle ohne Ticket stehen in dieser Schlange. “ Mir verschlägst den Atem. Wo Mittags zwei Autos waren, stehen jetzt 20. Ich bin sauer auf die Fahrkartenverkäuferin...

Nach bangem Warten werden wir doch noch aufs Schiff gewunken und genießen die Ausfahrt aus der Bucht. Immer mehr schneebedeckte Andengipfel tauchen hinter der Küstenkette und dem perfekt geformten Vulkan Hornopiren auf. Wir genießen eine fünfstündige Küstenfahrt mit dauernd wechselndem Panorama.
Dass der Ticketverkäufer an Bord „unabsichtlich“ den im Fahrzeugpreis enthalten Chauffeur nochmals verrechnet, nehmen wir lächelnd zur Kenntnis. Gaby reklamiert und erhält doch tatsächlich den Betrag zurück...
Rechtzeitig mit einbrechender Dunkelheit und beginnendem Nieselregen werden wir ausgeladen. Wir befinden uns nun im legendären „Parque Pumalin“...