Sonntag, 28. Februar 2016

Bariloche - Die argentinische Schweiz

Dieser Titel ist natürlich nur für Gaby, eigentlich müsste es heißen: Salzkammergut im XXL-Format.

Es stimmt: die Stadt ist voller Touristen, Hotels und Souvenirläden. Aber die versprochene Lieblichkeit finden wir in der Stadt nicht.  
Also nix wie raus und rein in die unberührte Natur an den Seen. Jede Menge Ferienhäuser, Hotels und Cabanas säumen den Weg westwärts. Im Naturschutzgebiet von Llao-Llao wird es dann endlich natürlich und die Lage des gleichnamigen Hotels ist wirklich hübsch.
Noch hübscher allerdings wird unser Nachtplatz: zwischen den großen Bäumen laviere ich hindurch zu einer Felsplattform. Unter den alten Bäumen parkend blicken wir von 50m Höhe auf den See und die Felswände gegenüber. Herrlich.

Und weil wir in den letzten Tagen sowieso zuwenig für den Körper getan haben – fahren wir mit der Gondelbahn auf den Cerro Catedral. Die Aussicht auf die Andengipfel erwandern wir uns aber erst mit einem einstündigen Anstieg. Traumhaft! 


Gaby zieht es wieder talwärts (der stetige Wind bekommt ihr nicht sonderlich), während ich noch einen kleinen Gipfel im Auge habe. Dieser stellt sich dann mehr als spitze Geröllhalde heraus, die letzten paar Meter traue ich mich nicht mehr zu klettern. Vor mir ein senkrechter Abgrund, dahinter ragt die bizarre Formation des Cerro Catedral auf, im Hintergrund macht sich der vergletscherte Tronador breit. Danke für den Ausblick und rasch hinunter, damit ich noch die letzte Gondel ins Tal erwische...

Überlistet! Eigentlich dachten wir, einen einsamen Nachtplatz nahe des überfüllten Miradors mit traumblick über Llao-Llao gefunden zu haben. Aber mitten beim Frühstück füllt sich das Plätzchen mit zwei Busladungen Argentiniern. Da diese bekanntlich wenig Berührungsängste haben, sind wir rasch umzingelt. Mit einem Augenzwinkern meint der Reiseleiter „just 5 Minutes!“ - und so kommen wir ins Gespräch.
  
Er berichtet von jüngsten Überflutungen im Gebiet von Salta und lädt uns zu sich nach Santa Fe ein...
Bis wir wieder im argentiniwchen Norden sein werden,hat sich die Lage hoffentlich wieder beruhigt.


Da der Versuch, hier in Bariloche die Gasflasche zu füllen, nach stundenlangem Warten an einer kaputten Füllmaschine scheitert, haben wir einen weiteren Grund dieses Gebiet mit gemischten Gefühlen hinter uns zu lassen. Schon schön, aber nicht so exotisch, dass man es unbedingt sehen muss. Ist mit der Schweiz ja nicht anders, oder?