Dienstag, 29. März 2016

auch Chile geht einmal zu Ende – Caleta Vitor & Arica

Die Nachricht hat uns in Iquique ja absolut überraschend erreicht. Einer unser besten Freunde hat sich über WhatsApp gemeldet – er kommt gerade aus Australien und ist soeben in Lima gelandet. „Wo seid ihr – und können wir uns treffen?“

Wir werfen daher die Idee von den Vulkanen hoch hinter Iquique und dem Lauca Nationalpark einfach über Bord und steuern die Nordgrenze Chiles an. Als möglicher Treffpunkt hat sich Arequipa herauskristallisiert. Wäre doch echt lustig, einen Freund, der in rund 300m Luftlinie von unserem Daheim wohnt, in Peru zu begegnen...

Die Panamericana hat uns nun doch. Fad , aber doch abwechlsungsreich: es müssen sehr tiefe (Trocken-)Täler gequert werden. Tausend Höhenmeter runter – tausend Höhenmeter rauf.
Links und rechts vom Asphaltpfad lassen sich riesige Geoglyphen finden. Der ziemlich berühmte „Gigant von der Atacama“ etwa – über 80 Meter hoch – und keiner weiß, was die Figur darstellt oder weshalb sie an den Berghang gelegt wurde. Ein anderer Hang bietet viel Platz für eine aus Felsbrocken zusammengelegte Lamaherde. Weshalb, wofür?
Anders sieht es mit den modernen Steinlegungen aus: „125 Jahre Coca Cola“ – da kann man sich was drunter vorstellen! Und ganz besonders super: es handelt sich um das größte Coca Cola Logo der Welt.
Zeit wird’s, ein Nachtlager zu finden. 20km sind es zur Küste, aber in diesem Tal führt eine Straße zur Mündung. Was erwartet uns? Ein toller Sonnenuntergang und zur Abwechslung eine stillgelegte Mine. Wir haben eine ganze Bucht für uns allein! Nicht ganz allein, eine Menge neugieriger Rotkopfgeier umgibt uns.
Letzte Station Arica. Jüngste Region Chiles, abgespalten von Iquique, Grenzgebiet. Abklatsch von Iquique? Nein, nette, lebendige Kleinstadt mit eigenem Flair und einigen interessanten Punkten. 
Da wir aber Michl, unserem Freund entgegeneilen, schätzen wir diese nicht, sondern fahren direkt an die peruanische Grenze. Nach 5000km Landeslänge seit Punta Arenas geht Chile hier doch tatsächlich das Staatsgebiet aus...
In weniger als einer Stunde sind die Formalitäten erledigt. Der peruanische Zöllner vergisst eigentlich, unserem Fahrzeug Einreisepapiere auszustellen. Ich erinnere ihn daran, die Prozedur entwickelt sich zum Englischkurs für den freundlichen, jungen Beamten – er fragt nach hundertundein Vokabel.
Dafür trägt er unsere Autonummer falsch ins Zolldokument ein. Eine 7 fehlt. Die nächste Zollkontrolle, 100km weiter, entdeckt den Fehler. Kurze Aufregung, langes Telefonat, dann bekommen wir den Stempel aufs Papier und einen Tipp dazu: „Bei einer Kontrolle sagt als erstes, dass die Nummer nicht ganz stimmt, dann sollte es keine Probleme geben!“

Peru stellt sich freundlich vor, wir freuen uns schon aufs Entdecken des Landes!