Freitag, 22. April 2016

Nix wie runter! Die Fahrt nach Guayaquil

  
So also sieht ein Hotelfenster mit „idyllischem Gartenblick“ aus. Immerhin lächelt uns San Pedro ins Zimmer. Ein Erdstoß lässt den Heilige etwas wanken und unsere Unterkunft ebenso...
Wir starten bei Sonnenschein aus Alausi und genießen die grüne Kulturlandschaft, die uns schon bald umgibt. Freundlicherweise zeigen sich heute die tiefgrünen Felder mit den geometrischen Mustern, garniert mit neckischen Wölkchen. Tief unter uns die Bahntrasse, die zur Teufelsnase führt. Wir finden, von der Straße hat man den besseren Ausblick.
So gemütlich wie die ersten Kilometer geht es nicht weiter. Die Berghänge werden noch steiler und obwohl hier alles dicht bewachsen ist – die starken Niederschläge dieses El Niño-Jahres haben die Böden durchweicht. Man hat uns gewarnt: „ Ja, die Strecke ist passierbar, aber an einigen Stellen gibt es Probleme!“
Die Wassermassen haben Erdmassen bewegt, rote Erde über die Fahrbahn verteilt, den Asphalt unterspült, Brücken weggeräumt, Felsstürze verursacht, Bäume abgleiten lassen... 
Die Wassermassen stürzen sich aber auch spektakulär den steilen Andenwestrand hinab, einige Wasserfälle zeigen, wie es am schnellsten runter geht. 
Wir durchqueren verschiedene Klimazonen – dazwischen scheint immer wieder die „Nebelwaldzone“ zu liegen.
In einer solchen feiern wir einen runden „Geburtstag“: unser Schlafwagen wird 300.000km alt!
Draußen wird es immer heißer und feuchter, das tropische Tiefland klopft an die Fensterscheiben.
Schließlich sind wir unten, endlose Bananenplantagen, etwa der Marke „Dole“ säumen den Weg.
In Ecuadors größter Stadt, Guayaquil schaffen wir eine Punktlandung: Gaby hat auf dem Internet-Portal „i-Overlander“ (fängt langsam auch mit Tipps für Europa an: http://ioverlander.com/) ein Hotel mit Parkplatz lokalisiert, bei dem wir den Schlafwagen für 3 $ pro Tag für die nächsten 2 Wochen sicher verwahrt wissen. Über booking.com ein Zimmer reserviert, den Parkplatz angefragt, ein „ok“ zurückbekommen und jetzt sind wir da! 
Wir haben beide Herzklopfen. Das Naturparadies Galapagos wartet auf uns!
Herzklopfen haben wir auch aus anderem Grunde: Im Stundentakt schüttelt es das Hotel durch. Ein paar Einheimische stehen im Gang und diskutieren, ob die Risse an der Wand neu seien. Was soll´s, wir räumen unsere Siebensachen um und packen für das Naturerlebnis. Schlafen können wir dann aber nicht – zu groß die Aufregung vor der großen Reise oder das blöde Gefühl wegen der Erdstöße?

Da wir uns auf einem Schiff befinden werden, wird die nächsten Tage Funkstille am Blog herrschen. Ich hoffe aber, nach dem Ausflug hier ein paar nette Tierbilder präsentieren zu können...

PS: Auf der Suche nach einer sicheren Bleibe für unser Auto haben wir vor etwa 10 Tagen auch die Honorarkonsulate von Österreich und der Schweiz in Guayaquil per Mail kontaktiert. Österreich hat sofort geantwortet, von der Schweiz gibt es bis jetzt keine Reaktion...