Samstag, 7. Mai 2016

GALAPAGOS – die westliche Runde

Wetterglück. Zunächst Schauer im Hochland der Hauptinsel Santa Cruz, aber das war es auch schon mit Regen für diese Woche. Unser einheimischer „Naturalist“ Fabian ist angesichts der vorherrschenden Trockenheit sehr besorgt. „Es ist doch ein „El Nino-Jahr! Geregnet hat es aber nur im Jänner, der Rest der Regenzeit, die nun, Ende April, ausklingen sollte, war viel zu trocken!“ Das bedeutet nicht nur für die Tiere des Archipels Probleme, sondern auch für die rund 15.000 Einwohner des 13 größere Inseln umfassenden Archipels (nur vier davon sind bewohnt, der Rest ist Nationalpark).
„Dürre bedeutet höhere Preise für Lebensmittel – und die sind hier in Galapagos sowieso schon viel teurer als am Festland! Und es gibt eine Menge arme Leute hier auf den Inseln. Diejenigen, die am Land leben, haben nichts vom Tourismus hier...“
Als wir im Hauptort Puerto Aroya auf den Fischmarkt spazieren, scheint schon die Sonne. Pelikane und Seelöwen lauern auf die Fischabfälle, ein lustiges Schauspiel.
Mitten in der Nacht fahren wir los und umrunden – grob gesprochen - in der nächsten Woche die Insel Isabella. Wir hätten gedacht, dies sei die populärere Route, in der ganzen Woche haben wir aber beinahe jeden Ankerplatz für uns allen, alle uns zugeteilten Anlandungs- und Schnorchelpunkte können wir ohne den Zeitdruck nachströmender Gruppen besuchen.
Alle Yachten (12 – 16 Passagiere) und kleinen Kreuzfahrtschiffe (bis 100 Passagiere) haben einen von der Nationalparkbehörde genehmigten „Fahrplan“ mit zugeteilten „Zeitfenstern“an jedem Ort. Und wenn niemand anderer nachdrängt hat man mehr Spielraum. Dies erweist sich als sehr angenehm. Ebenfalls angenehm ist, dass wir nur 11 Personen sind – praktisch alle andere Boote haben 16 Passagiere. Ganz ideal ist, dass Gaby und ich die einzige „echten“ Fotografen sind. Es gibt kein Gedränge um den besten Foto-Spot und ich lasse mich schon mal ein wenig zurückfallen, damit weder fremde Füße noch irgendwelche Schatten im Bild sind...
   
So sah es bei anderen Gruppen aus... 
Die Westrunde bietet kühles, nährstoffreiches Wasser zum Schnorcheln. Viel Unterwasserfauna wie Rochen und Algen fressende Marine-Iguanas neben Seepferdchen, Haien und vielen bunten Fischen wandert unter unseren Taucherbrillen durch, aber auch viele Schwebestoffe, die die Sicht dramatisch reduzieren.
Das kalte Wasser sorgt immer wieder für stimmungsvolle Nebelschwaden, die sich aber bald im Sonnenlicht auflösen. Der Blick auf die fünf Vulkane auf Isabella – deren jüngste Ausbrüche nur ein paar Jahre zurückliegen! - wird dann spektakulär. 
   
Neben der Unterwasserwelt sind natürlich die berühmten „Iguanas“, die Land- und Meerechsen, besonders interessant für uns. Als Überraschung erleben wir Schlangen bei der Paarung. 
   
Am letzten Reisetag gibt es noch einen echten Höhepunkt: wir besuchen die Fregattvögel, die seit Tagen unser Schiff begleiten an ihren Brutplätzen. Wir sind noch ist Balzzeit und die Fregattherren putzen sich mit einem knallroten, prall aufgeblasenen Sack am Hals heraus. Fliegt eine Fregattdame über das ausgewählte Gebüsch, kommt zum roten Halsball noch ein wildes Flügelschlagen dazu – bei zwei Metern Spannweite recht beeindruckend!
Dazu schwirren und stehen eine Vielzahl von paarungsbereiten Blaufußtölpeln herum, hübsche Rotschnabel-Tropikvögel mit den langen Schwanzfedern ziehen durch den tiefblauen Himmel, Pelikane sind am Weg zum nächsten Futterdiebstahl und jede Menge andere größere und kleinere, bunte und strahlend weiße Flugkünstler sind unterwegs... Gut, die Pingunie können nicht fliegen.
Nach einer Woche glauben wir ja fast den Spruch unseres „Naturalisten“: „Galapagos ist das letzte Paradies auf Erden!“
Könnte stimmen – wenn die Motoren der Yacht leiser wären...