Montag, 15. Juni 2015

Die erste Nacht - am Grünen See

Wetterbericht: ca. 10 Grad, Regen, wenigstens kein Sturm. Die Aussichten für das lange Wochenende Ende Mai sind alles andere als sonnig.
Aber wo bitte, ist man in der Kälte besser aufgehoben als in einem heimeligen Landcruiser zum Schlafen - und tagsüber im dicken Neopren-Anzug?
Also planen wir unter der Leitung von Freund und Tauchlehrer Flo einen Sprung ins kalte Wasser.

Grüner See und Messnerin
Der "Grüne See" gilt als Naturjuwel im Süden des Hochschwab, das sich im Frühjahr mit Schmelzwasser zu einem ansehnlichen, tiefgrünen See vor Kalkfelswänden aufpflustert. Und dabei Wanderwege, Brückerl und Sitzbänke saisonal verschluckt. Also fast so gut wie Wracktauchen!

Gemeinsam mit drei weiteren Freunden und Gaby als "non-diving-captain" geht es in die Steiermark, wir reisen schon
am Pfingstmontag an, denn wir wollen am Dienstag früh ins Wasser.

Das Kalkül # 1: wenn vor uns noch keiner geplanscht hat, dann ist die Sicht im Wasser noch wirklich klar....

Das Kalkül # 2:wenn es draußen auch keine 10 Grad hat, dann ist der Schritt ins rund 7 Grad kalte Wasser nicht unschaffbar ...

Turnübungen bei 7 Grad
Davor aber noch die erste Nacht im umgebauten Landcruiser.
Wir dürfen beim Wirtshaus, bei dem wir gegessen haben, stehen bleiben. Nett. Aber regnen tuts trotzdem. Wir sitzen also umso länger mit Claudia und Günter, die sich auch schon eingefunden haben im warmen Lokal und plaudern.

Unser Schlafcruiser steht ganz bescheiden an der Hecke. Nach dem Sprint vom Wirten zum Wagen sind wir schon nass... Schließlich zwängen wir uns durch die hintere Seitentür ins Schneckenhaus. Die dicken Pölster sind ziemlich hart - und hoch, wir verlieren rund 10 cm Kopffreiheit stellen wir fest.
Also werden wir es das nächste Mal mit unseren Therma-Rest-Matten als Unterlage probieren.

Pause am Bankerl
Fazit der ersten Nacht: Vorhänge wirklich lichtdicht, Ausstrecklänge paßt (mit vorgeschobenen Frontsitzen) eh ganz gut. Insgesamt passabel geschlafen, aber eng wirds halt auf die Dauer. Gaby hat das Bordklo schon vermißt...
Und die Crocs - abends im Regen draußen gelassen - sind jetzt vollgelaufen.



Um 9 Uhr geht es ins Wasser. 45 Minuten später, durchgefroren und mit einem Wadenkrampf, sind wir wieder am Ausgangspunkt. Dass es regnet, ist uns ziemlich egal... Auch wenn wir nur "unglaubliche" vier Meter Tiefe erreicht haben - ein schönes und besonderes Taucherlebnis war der Grüne See allemal!

Und ich habe erstmals das Unterwassergehäuse für die Sony A6000 ausprobiert. Danke, Christian, fürs herborgen. Ich glaube, sowas brauch ich! Galapagos und so...

... und wenn man es sich so überlegt - die "Laguna Verde" (= Grüner See) im Südwesteck des bolivianischen Altiplano auf über 4000m Höhe hat vielleicht ganz ähnliche Temperaturen. Und soll zumindest ebenso schön sein. Wir werden berichten!

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