Montag, 27. Juni 2016

Der lange Weg nach Cusco, Teil 1

Katzensprung? Die Straße von Huanuco nach Cusco zieht sich über 1200km Kurven, die Luftlinie ist wohl kaum die Hälfte davon. 
Wir nehmen sie in Angriff. Nach rund 100km ist zunächst mal Schluss. Wir haben uns eine dicke Schraube eingetreten, die langsam die Luft aus dem linken Hinterreifen entlässt. Das Loch kann rasch repariert werden, doch leider ist die Lauffläche des Reifens aufgebrochen, der kann nur mehr als Notrad verwendnet werden. Wie in jedem Autobezogenen Geschäft Perus gibt es nackte Tatsachen an der Wand. Hier wird es durch ein Christusbild ergänzt. Man weiß ja nie...
So stehen wir auf über 4000m, nahe dem hässlichen Minenort Cerro de Pasco und haben nur mehr 3 Originalreifen. Da der Reservereifen aber auch so abgefahren ist, sollte das für das Diffenetail kein Problem sein. Trotzdem wird ein Reifenkauf demnächst fällig...
Über eine Hochebene erreichen wir den Steinwald, der aufgrund seiner bizarren Felsformationen durchaus einen kleinen Umweg wert ist.

Am Lago Junin entlang fahren wir südwärts, historisches Gelände: Simon Bolivar führte hier seine Armee/Freiheitskämpfer/Guerillatruppe (je nach politischer Sichtweise) zu einem ersten glücklichen Erfolg gegen die spanische Armee – damit war das Tor zum Sieg der Republikaner, zur Unabhängigkeit Perus geöffnet! Ein Obelisk markiert die Stelle des Kampfes.

Weil wir wieder mal genug von Wind und Kälte haben, fahren wir in den geschützt gelegenen Ort Tarma. Neue Reifen hier? Fehlanzeige!
Dafür ist es ein herrlich entspannter Ort, praktisch touristenfrei und mit einem urigen Markt. Wir fühlen uns wohl, wir bleiben daher gleich zwei Tage. 

Dafür streichen wir einige andere mögliche Abstecher, schließlich haben sich sowohl unsere alten Reisebekannten Pascal und Irene (gemeinsame Überfahrt, gemeinsame Tage am Salar de Uyuni) als auch Uwe und Silke (gaben uns häusliche Wärme in Feuerland...) für die nächsten Tage in Cusco angekündigt...