Montag, 19. Oktober 2015

Wasserwelten - Pantanal, Brasilien

 
Hier befinden sich einige der klarstes Flüsse der Welt, darum treiben wir mit Maske, Schnorchel und Unterwasserkamera durch den Cerrado, die typische Vegetation im Pantanal.
Ein bisserl schaut´s aus wie in der Donauau, aber mit Palmen, Papageien und Kaimanen.
Im Wasser gibt es eine Sichtweite von über 30 Metern, daran ändern auch die halbstündliche herabdriftenden Touristengruppen nichts. Zu sehen gibt es viele, auch recht bunte Fische von ansehnlicher Größe. Es ist ein durchaus nettes Gefühl, vom Neoprenanzug an der Oberfläche gehalten, einfach dahinzutreiben und zu genießen. Hin und wieder angeknabbert von einem übereifrigen Putzerfisch oder von einer Bremse in das Genick gebissen.

In den Kalksteinhügeln rund um das Städtchen Bonito gibt es noch viel mehr – und alles wird als „Öko-Tourismus-Event“ vermarktet und praktisch alles außer Atmen ist kostenpflichtig.

In einer riesigen eingestürzten Doline – angeblich der zweitgrößten der Welt (nach irgendwo in Südafrika) – finden die bunten Aras an den roten Felswänden ideale Brutbedingungen. Daher löhnen wir den Zugangsobulus, werden dafür mit Kaffee und Keks umsorgt und müssen für den Zugangsweg (etwa so gefährlich wie durch den Wiener Stadtpark) feste Schuhe anlegen. Dafür bietet sich nicht nur der Blick in die rund 70 Meter Tiefe mit den Kaimanen in der grünen Lagune, sondern zeigen sich die Aras in der Balzzeit ganz besonders verliebt und interaktiv. Ein Schauspiel, das wir eher im Amazonasgebiet erwartet hätten...

Obwohl derzeit keine Saison ist, herrscht reger Betrieb bei allen Aktivitäten von Höhlentauchen über Quad-fahren bis zu im-Gummischlauch-über-die-Stromschnelle. Dank der Vermieterin in unserem hippiehaft-netten „Camping Nomadas“ erhalten wir Zugang zu einer (fast) Gratisbadestelle im Rio Formoso. Wir genießen den Nachmittagsswim, ich versenke mich beinahe im Sumpf (kann aber sogar die Schlapfen wieder rausziehen, ein paar Kratzer an den Beinen werden schnell heilen...) und zum Tagesabschluss gibt es noch eine Portion Aras im Abendlicht am Baumwipfel. Allerdings können diese klugen Vögel auch nerven, wenn sie es auf unsere Semmeln abgesehen haben...




Das Bonito-Wasserwelten-Programm runden wir mit dem Besuch der Gruta Lago Azul ab – in deren Tiefen das Skelett von Riesenfaultieren (6m Länge!) aus dunkler Vorzeit gefunden worden ist. Mit den interessanten Lichteffekten auf die wirren Stalaktiten wirkt die Grotte wie eine Kulisse aus Mittelerde.

 Und hier noch ein paar weitere Bonito-Impressionen. Das ist ein gelungener Einstieg ins Pantanal!

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