Mittwoch, 19. August 2015

Durch den Kanal

Gaby stürzt in die Kabine, ich kenn mich nicht ganz aus.

„Wir sind unterwegs!“ „Äh, wie, was, wo?“

Da wir in der Innenkabine natürlich kein Bullauge haben, ist beim Erwachen nie klar, wie spät es ist oder welches Wetter es hat – und erst langsam bemerke ich, dass sich das Schiff anders anfühlt. Wir sind unter Fahrt.

Also springe ich aus dem Stockbett, rein ins Gwand, raus und – zu spät!

Wir sehen gerade noch die letzten Industrieanlagen des Hafens, die berühmte riesige Schleuse des Antwerpener Hafens liegt hinter uns. Zweimal verschlafen.

Das Wetter ist kühl, Grau in Grau, also zurück ins Bett.



Nach dem Frühstück um 8 ist es noch immer recht nebelig, eine Menge Schiffe rund um uns, alle in eine Richtung unterwegs – die Seestraße hat Einbahncharakter. Nur ein paar Fähren queren halbschräg unsere Bahn.



Auf dem Deck liegen beinahe fingernagelgroße Russ-Stücke, die offenbar der Schornstein freigegeben hat. Hinter uns eine gelbliche Rauchfahne – da wird wohl kein hochwertiger Brennstoff verwendet.


Erst am Nachmittag lichtet sich der Nebel (Niccolo, der kroatische 2. Offizier hat ja angeboten, mit dem Ventilator, den Nebel zu vertreiben...) und dies gerade rechtzeitig: die weißen Kliffs von Dover kommen zum Vorschein. Die französische Küste bleibt hinter Regenwolken verborgen.

Das Leben spielt sich also unter Deck ab, im durchaus freundlichen Salon der Offiziersmesse. Spielen und plaudern stehen am Programm.



Lothar erweist sich als wunderbare Informationsquelle, schließlich steht sein Mercedes 1017 Allrad seit 9 Jahren in Südamerika. Ich glaube, wir wollen auch dorthin...



Nach der Isle of Wight gibt es nichts mehr zu sehen, der Wind frischt auf, die See wird Richtung Biskaya etwas unruhiger. Noch bleibt der Magen aber ruhig.










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