Donnerstag, 13. August 2015

Ein weiterer Tag im Hafen, Kapitel 2

Es ist Dienstag, 11. August, der Himmel ist bewölkt und es passiert - nichts. Wir liegen im hafen, nach wie vor. Tausende Fahrzeuge stehen uns zu Füßen, aber den gesamten Vormittag über wird nicht geladen. Es gibt wohl eigene Ladecrews, die man (der Kapitaen?) für das Schiff organisieren muss.
Als es dann am Nachmittag wieder weitergeht mit der Ladung, ist das für uns ein besonderes Schauspiel: der riesige Kran jongliert die Container zentimetergenau an Deck, alte Autos werden von „Schubfahrzeugen“ (mit alten Autoreifen vorne abgefedert) in den Schiffsbauch gerempelt, Lkw werden wie Tetris-Steinchen an Deck geschlichtet.
Und das wahre Schauspiel findet im Schiffsinneren statt: Audi, Porsche und andere Marken werden zu Dutzenden mit wirklich quietschenden Reifen und starkem Echo aufs richtige Deck gefahren. Und manche Rampe dient als Sprungschanze.
Eigentlich darf man nicht im Schiffsbauch herumkrebsen, klärt mich der diensthabende Offizier auf, er sei gestern erst angefahren worden. Also aufpassen... und er läßt mich weiter entdecken.
Ein Abstecher führt mich in den Maschinenraum - wo ein imposanter 7-Zylinder auf den nächsten Einsatz wartet. Dazu gibt’s vier Generatoren - auch von mächtiger Statur. Insgesamt waren schon drei Tankschiffe längsseits, ich muss noch fragen, wie viele Tonnen Öl gebunkert worden sind - und wie lange das reicht.
Der Tag vergeht wie im Flug, das Abendessen naht. Es wird übrigens immer besser mit dem Futter, heute gibt es sogar Dessert: Erdbeereis mit Fruchtsauce - so kanns wietergehen.

Der Kapitän meint, der Lotse und die Schleusendurchfahrt seinen für 23.00 Uhr vorgesehen - aber da drei Grimaldi-Schiffe hintereinander kommen sollen, glaubt er, dass wir erst in der Früh losfahren werden.
Letzte Anrufe nach Hause, Abschied von Europa...

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