Montag, 24. August 2015

Von Dakar nach Conakry - oder: Langeweile 2?

Regentropfen hüpfen übers Deck – nach dem Frühstück geht es gleich zurück ins Bett. Hier verhilft ein zartes Vibrieren des ganzen Bettes (Schiffsdiesel sei Dank...) für rasches Entschlummern. (Freundlicherweise haben Vorgängerpassagiere allerlei Schepperstellen in der Kabine – von den Lampen über diverse Blechlamellen bis zu Kästchentüren – mit Papierstückchen ruhiggestellt).
Dann eine Partie „Carcassonne“ (nettes Strategiespiel) mit Gaby.
Plötzlich eine Durchsage: „to all passengers: Dolphins to the right!“
Eine ganze Schule springt offenbar ausgelassen neben dem Schiff, da vergisst man ganz, den Fotoapparat zu holen.
Nach einigen Minuten sind sie im Regen hinter dem Schiff verschwunden.
Mittagessen. Es gibt Fisch, grätenlos und gut, dazu angeregtes Geplauder mit den Mitreisenden, das ältere französische Paar hat sich aus der Kommunikation ausgeklinkt. Sind sie wirklich böse, weil „ihre“ Joghurt aus dem gemeinsamen Kühlschrank verschwunden ist?
Nach der bisherigen Anstrengung des Tages ist eine Siesta wohl verdient!
STRESS!
„to all passengers: Whales on the starboard side!“
Nichts wie raus in den Nieselregen, diesmal mit Kamera – ein paar Humpbacks ziehen an uns vorüber, nett, aber sie könnten näher kommen.
Ankunft in Conakry wird mitten in der Nacht sein, verkündet der Kapitän beim Dinner.
Die rund 40m langen chinesische Fischerboote in erbärmlichem Zustand tauchen auf - irgendwo weiter draußen befindet sich das Mutterschiff, das den Fang verarbeitet und nach China bringt. Den Einheimischen dürfte da nur wenig bleiben... Besser nicht über die Ungerechtigkeit der Welt sinnieren.
Der Regen hat aufgehört, eine tiefe, von den wenigen Lichtern der Stadt erhellte Wolke liegt über dem Horizont. Zwei Lotsen kommen an Bord, Schuhe und Hände in steriles Plastik gewickelt. Wir sind in Ebola-Land.
Einfahrt und Anlegemanöver sind langwierig, schwierig und für uns spannend, die „Grande Brasile“ wird seitwärts in eine „Parklücke“ bugsiert, sieht eng aus, reicht aber weitaus.
Gute Nacht in Conakry.

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