Mittwoch, 23. September 2015

Die andere Seite

Über den Iguassu-Fluss geht es wieder nach Brasilien, eine Unterkunft in der Großstadt Foz do Iguaçu (250.000 E) haben wir schon. Pro Nacht zahlen wir 23 Euro, bei den anstehenden Temperaturen ergibt dies rund zwei Nächte pro Tageshöchstwert!

Während wir so über die Brücke fahren, schweifen meine Blicke sehnsüchtig gegen Westen, Gaby ahnt Schlimmes: „Du musst also unbedingt nach Paraguay? Das lag aber eigentlich nicht in unserer Streckenplanung!“ Sie ist diesbezüglich Kummer mit mir gewöhnt, Langzeitplanungen sind nicht mein Ding...

Wir sitzen nun in der Unterkunft, es ist unverschämt heiß draußen, und plaudern mit dem Besitzer. Das geht hier einfach, er ist nämlich Schwabe und seit 23 Jahren hier. Er berichtet von der Korruption in Paraguay, von der Problematik an der Grenze, wenn die Papiere erst mit harter Münze wieder ausgelöst werden müssen – und meint, dass wir dort nur Probleme bekommen werden. Selbstverständlich muss ich das selbst ausprobieren.

Kleinigkeiten wie defektes Bremslicht repariere ich noch, zwei Warndreiecke und einen Feuerlöscher haben wir dabei, man muss der suchenden Polizei ja keine Angriffspunkte bieten :-)

 Zunächst beschließen wir aber, noch heute Nachmittag die Fälle von der anderen Seite, nämlich von dieser, der brasilianischen zu inspizieren. Der Wetterbericht für die kommenden Tage ist nämlich eher feucht. Da nehmen wir lieber heiß in Kauf.


Klein aber fein präsentiert sich der Pfad entlang der Fälle, am Nachmittag sind die Hauptfälle in bestem Licht. Wir genießen es. Gaby findet, dass ich es mit dem Fotografieren hier übertreibe. Aber die rund 220 Wasserfälle sowie die Inseln, Felsen, Bäume und Tiere dazwischen müssen doch festgehalten werden, oder?





Brasilien ist anders. Kaum herüber fühlen wir die entspannte Atmosphäre, das Multikulti schlägt durch und die Preise liegen deutlich unter Argentinien.

Trotzdem beschließen wir, demnächst den Grenzübertritt nach Paraguay zu wagen. Es muss auch ganz schöne Sachen dort geben... und bürokratische Hürden haben uns noch nie wirklich abgeschreckt.

Doch Brasilien wird uns dann bald wieder haben, denn nördlich von Paraguay wartet das Pantanal auf uns!

Keine Kommentare:

Kommentar posten